Sheikh Zayed Moschee – ein Meisterwerk voller Geschichten
Die Sheikh Zayed Moschee in Abu Dhabi wirkt von Weitem wie ein Palast aus weißem Marmor. Doch das eigentliche Wunder liegt in den Details – und in den Geschichten dahinter.
Die Vision hinter der Sheikh Zayed Moschee
Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan, der Gründer der Vereinigten Arabischen Emirate, hatte einen klaren Wunsch: einen Ort zu schaffen, an dem sich Glaube, Kunst und Menschen aus aller Welt begegnen.
Am 5. November 1996 begannen die Bauarbeiten. 2007 wurde die Moschee zum Opferfest Eid al-Adha erstmals für das Gebet geöffnet.
Mehr als 3.000 Arbeiter und 38 Unternehmen haben daran mitgewirkt. Materialien und Kunsthandwerk kamen unter anderem aus Italien, Deutschland, Indien, Marokko, der Türkei, China und Neuseeland.
So entstand ein Bauwerk, in dem sich die Welt wiederfindet – und das bis heute alle Besucher willkommen heißt, ganz gleich welchen Glaubens.
Baubeginn
Erstes Gebet
Arbeiter
Marmor, Kuppeln und Blumen
Schon der Weg über den Innenhof ist ein Erlebnis. Wer langsam geht, entdeckt in jedem Stein ein Detail.
Ein Himmel aus Marmor
82 Kuppeln in unterschiedlichen Größen krönen die Moschee. Ihre Formen verbinden marokkanische und mogulische Baukunst.
Die größte wölbt sich über dem Hauptgebetssaal: rund 84 Meter hoch, mit einem Durchmesser von etwa 32,6 Metern. Unter den Kuppeln lassen Fenster Tageslicht in die Gebetshallen fallen – ruhig, hell, fast schwebend.
Warum Moscheen Türme haben
An den vier Ecken des Innenhofs ragen Minarette über 100 Meter in den Himmel.
Früher rief der Muezzin von dort oben zum Gebet, damit man ihn möglichst weit hören konnte. Dieser Ruf heißt Adhan. Heute übernehmen Lautsprecher diese Aufgabe – die Minarette sind aber ein Symbol islamischer Architektur geblieben.
Ein Blütenmeer aus Stein
Der Innenhof, Sahan genannt, ist rund 17.000 Quadratmeter groß. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein weißer Marmorteppich. Erst aus der Nähe erkennt ihr die riesigen Blumen: Tulpen, Lilien und Iris.
Entworfen hat sie der britische Künstler Kevin Dean. Das Besondere: Nichts davon ist gemalt. Jede Blüte besteht aus einzeln zugeschnittenem, farbigem Marmor, der passgenau in den Boden eingesetzt wurde.
Mehr als tausend Säulen
1.096 Säulen tragen die Arkaden rund um den Hof. Schaut genau hin: In den weißen Marmor sind Blumenranken aus Halbedelsteinen eingelegt.
Diese Technik heißt Pietra Dura. Sie entstand im Italien des 16. Jahrhunderts – und schmückt auch das Taj Mahal in Indien.
Oben enden die Säulen in goldenen Kapitellen, die an Palmwedel erinnern. Die Dattelpalme begegnet euch in dieser Moschee immer wieder.
Die Geheimnisse des Gebetssaals
Drinnen wird es still. Und gerade hier verstecken sich die schönsten Geschichten.
Der größte handgeknüpfte Teppich der Welt
Im Hauptgebetssaal liegt ein Teppich der Superlative: rund 5.400 Quadratmeter groß und etwa 35 Tonnen schwer. Rund 1.200 Knüpferinnen und Knüpfer arbeiteten etwa zwei Jahre daran – überwiegend mit Wolle aus Neuseeland und Iran.
Gefertigt wurde er in mehreren Teilen und erst vor Ort in Abu Dhabi zusammengefügt.
Wer genau hinschaut, entdeckt feine, leicht erhöhte Linien im Teppich. Es sind keine Nähte: Sie helfen den Gläubigen, sich beim Gebet in geraden Reihen aufzustellen. Alle stehen Schulter an Schulter, alle blicken nach Mekka – Herkunft, Beruf oder Vermögen spielen keine Rolle. Die Reihen stehen für Einheit und Gleichheit vor Gott.
Kronleuchter wie Dattelpalmen
Sieben Kronleuchter schmücken die Moschee. Der größte misst rund 12 Meter im Durchmesser.
Ihr Design ist von der Dattelpalme inspiriert: Der Stamm bildet die Mitte, geschwungene Elemente erinnern an Palmwedel – und die bunten Kristalle an reife Datteln.
Uhren, die mehr können
Im Gebetssaal hängen besondere Uhren in Form einer Blüte. In der Mitte zeigen klassische Zeiger die Uhrzeit, in den Blütenblättern leuchten digitale Anzeigen: die fünf täglichen Gebetszeiten und der Sonnenaufgang.
Da sich die Gebetszeiten nach dem Stand der Sonne richten, ändern sie sich jeden Tag ein wenig.
Mihrab, Minbar und die Qibla-Wand
Die Qibla-Wand zeigt die Gebetsrichtung nach Mekka. Sie trägt die 99 Namen beziehungsweise Eigenschaften Allahs in feiner Kalligrafie, eingebettet in florale Ornamente und zart von Glasfasertechnik beleuchtet. Bewusst in ruhigen Farben, damit nichts vom Gebet ablenkt.
Der Mihrab ist die goldene Nische in der Mitte der Wand. Sie markiert die Richtung zur Kaaba in Mekka. Ihre halbrunde Form hatte früher auch einen praktischen Zweck: Sie trug die Stimme des Imams in den Raum.
Der Minbar steht rechts daneben – eine kunstvoll geschnitzte Kanzel mit Treppe. Von hier aus hält der Imam die Freitagspredigt.
Eine Moschee, die sich mit dem Mond verändert
Nach Sonnenuntergang beginnt ein ganz anderes Schauspiel. Die Beleuchtung der Moschee folgt den Phasen des Mondes.
Zu Beginn des Mondmonats erscheinen die Wolkenmuster auf den weißen Wänden dunkler und bläulicher. Je näher der Vollmond rückt, desto heller wird das Licht. So sieht die Moschee nie zweimal genau gleich aus.
Die Moschee scheint doppelt so groß
Rund um die Moschee liegen Wasserbecken mit fast 7.000 Quadratmetern Fläche, ausgekleidet mit Fliesen in Blautönen. Abends spiegeln sie die leuchtenden Arkaden.
Wasserflächen gehören seit Jahrhunderten zur Gestaltung islamischer Gärten. Hier werden sie zum schönsten Fotomotiv des Abends.
Was ziehe ich an – und warum ohne Schuhe?
Illustration
Warum man die Schuhe auszieht
Beim Gebet berühren die Gläubigen mit der Stirn den Boden. Deshalb betritt man die Gebetsräume ohne Schuhe – aus Respekt und damit der Teppich sauber bleibt. Hinweise vor Ort zeigen euch, wo ihr die Schuhe ablegt.
Kleidung
Die Moschee ist ein aktiver Gebetsort. Mit dieser Kleidung seid ihr auf der sicheren Seite:
Frauen
- Lange, weite Kleidung bis zu den Knöcheln
- Arme bis zum Handgelenk bedeckt
- Kopftuch über den Haaren
- Kurze Röcke oder Hosen
- Enge oder durchsichtige Kleidung
- Schulterfreie Oberteile
Männer
- Lange Hosen
- Dezente, locker sitzende Oberteile
- Shorts
- Ärmellose, enge oder durchsichtige Shirts
Für alle
- Ruhiges, respektvolles Verhalten
- Fotos nur in erlaubten Bereichen
- Aufdrucke mit Slogans
- Auffälliges Posieren
- Fotos von Betenden
Euer Besuch in der Sheikh Zayed Moschee
Stand: November 2026. Im Ramadan und an Feiertagen gelten andere Zeiten – bitte vorab auf szgmc.gov.ae prüfen.
Öffnungszeiten
Samstag bis Donnerstag
9:00–21:00 Uhr
letzter Einlass 20:30
Freitag
9:00–12:00 Uhr (Einlass bis 11:30)
15:00–21:00 Uhr (Einlass bis 20:30)
Eintritt
Touristen: 10 AED
Mit Emirates ID: 5 AED
Kostenlos: ab 60 Jahren, Kinder unter 3 Jahren, Menschen mit Behinderung
Tickets online auf szgmc.gov.ae, höchstens einen Monat im Voraus.
Die beste Zeit
Vormittag: strahlend weißer Marmor, gutes Licht für Details.
Später Nachmittag: warmes, weiches Licht – ideal für Fotos von außen.
Abend: die Mondlicht-Beleuchtung und die Spiegelungen im Wasser.
Häufige Fragen zur Sheikh Zayed Moschee
Kostet die Sheikh Zayed Moschee Eintritt?
Ja, seit September 2026 zahlen Touristen 10 AED. Bei unseren Touren ist der Eintritt inklusive.
Dürfen Nicht-Muslime die Moschee besuchen?
Ja, alle Besucher sind willkommen – unabhängig von ihrer Religion.
Muss ich ein Kopftuch mitbringen?
Frauen müssen ihre Haare bedecken. Am besten bringt ihr ein eigenes Tuch mit.
Wie lange dauert ein Besuch?
Plant etwa 1,5 bis 2 Stunden ein, inklusive Einlass.
Darf man in der Moschee fotografieren?
Ja, in den freigegebenen Bereichen. Betende fotografiert man nicht.
Kann man die Moschee abends besuchen?
Ja, bis 21:00 Uhr (letzter Einlass 20:30). Gerade abends ist die Beleuchtung besonders eindrucksvoll.
Die Sheikh Zayed Moschee mit uns entdecken
Diese Moschee sollte man nicht nur sehen, sondern verstehen. Auf unseren privaten Abu-Dhabi-Touren erzählen wir euch die Geschichten hinter Teppich, Kronleuchtern und Mondlicht – entspannt, persönlich und in eurem Tempo. Der Eintritt ist inklusive.
Quellen: Sheikh Zayed Grand Mosque Centre (szgmc.gov.ae) · Khaleej Times, 17.09.2026 · Stand der Angaben: November 2026. Fotos und Videos: Desert Pearl Tours.
